Blutkulturen

Obwohl Blut normalerweise steril ist, können gelegentlich Mikroorganismen, meist koagulasenegative Staphylo-kokken, aus Blutkulturen offensichtlich gesunder Personen isoliert werden. Als Ursache wird der Eintritt von Keimen in die Blutbahn über kleine Verletzungen von Haut und Schleimhäuten angenommen. Bakterien sind nachweisbar, wenn sie noch nicht durch Phagozytose eliminiert wurden oder wenn die Phagozytosekapazität überschritten wurde (Retikuloendotheliales System von Leber und Milz, intravasale polymorphkernige neutrophile und eosinophile Granulozyten, Monozyten).
Die in Blutkulturen erreichte Nachweisrate einer Infektion von etwa 12 % ist unter diesen Gesichtspunkten als sehr gering einzuschätzen. Dennoch bietet die Blutkultur bei Fieber unbekannter Ursache bei Patienten einer Intensivstation ein wertvolles diagnostisches Werkzeug, da bei Keimnachweis eine gezielte Antbiotikatherapie möglich wird. Die Anzahl der abgenommenen Blutkulturen muß sich nach dem Einzelfall richten. Mit zwei bis drei zu verschiedenen Zeiten - möglichst bei aufsteigenden Temperaturen > 38,5ºC und ohne Antibiotikatherapie, bzw. kurz vor erneuter Antibiotikagabe - abgenommenen Kulturen wird in etwa 90 % das ätiologische Agens isoliert. Das Volumen der Blutkultur sollte etwa 10 ml pro Blutkulturflasche, bei wenigstens einer aeroben und einer anaeroben Flasche, betragen.

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