biochemische Kriterien zur Sepsisdiagnose

In letzter Zeit ist gerade die Bestimmung von Procalcitonin einer wachsenden Bedeutung beigemessen worden. Procalcitonin ist ein Protein, welches bei schweren bakteriellen Infektionen, Sepsis und Multiorganversagen in hohen Konzentrationen im Plasma auftritt. Procalcitonin wird nur bei schwerer Inflammation mit systemischen Reaktionen induziert. Virale Erkrankungen, Autoimmun- und allergische Erkrankungen induzieren kein Procalcitonin. Bei Sepsis und Multiorganversagen spiegelt das Procalcitonin die Aktivität und den Verlauf der entzündlichen Reaktion wieder, daher kann Procalcitonin in der Verlaufs- und Therapiekontrolle bei Sepsis und Multiorganversagen als täglicher Routineparameter wertvolle Hinweise über Therapieerfolg und Prognose der Erkrankung geben.

Referenzbereiche von Procalcitonin

Normalpersonen

< 0,5 ng/ml

chronisch entzündliche Prozesse

< 0,5 - 1,0 ng/ml

virale Infektionen

< 0,5 - 2,0 ng/ml

leichte oder lokal begrenze bakterielle Infektionen

< 0,5 - 2,0 ng/ml

Pneumonie, SIRS, Polytrauma (ohne Infektionen)

< 0,5 - 10,0 ng/ml

Polytrauma, Verbrennungen, Peritonitis

10 - 1 000 ng/ml
Die Bestimmung von Procalcitonin ist in vielen Labors z. Zt. leider noch nicht möglich. Für die Verlaufsbeurteilung bakterieller Infektionen kann der Serum-Ferritin-Spiegel dann gute Dienste leisten, der bei Sepsis durch die Immunantwort des Körpers auf die "Eisen-fressenden" Bakterien erhöht ist.

Feritin-Spiegel Frauen Männer

Gesunde

20 - 60 ng/ml

60 - 180 ng/ml

Risiko-Patienten

230 - 500 ng/ml

270 - 740 ng/ml

ARDS-Patienten

180 - 760 ng/ml

930 - 3750 ng/ml

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