Intrathorakale Druckerhöhung

Eine Erhöhung des intrathorakalen Druckes bewirkt bei maschinell beatmeten Patienten in der Regel einen Abfall des Schlagvolumen und damit des HZV. Bei Patienten mit akutem Lungenversagen hat eine PEEP-Erhöhung ähnliche Effekte. Die Ursache für diese Kreislaufreaktion liegt überwiegend in einer Verminderung der diastolischen Herzfüllung (Verschiebung von Blut aus dem intrathorakalen in das extrathorakale Gefäßkompartiment, speziell Darm und Leber).

Die Erhöhung des intrathorakalen Druckes von ca. 0 auf 10 bis 12 cm H2O bewirkt eine Verminderung der Herzfüllung um etwa 10 %. Dies entspricht einem Aderlass in der Größenordnung von 300 bis 400 ml Blut. Für den linken Ventrikel haben positive Drücke vermutlich einen nachlastsenkenden Effekt, negative Drücke einen nachlasterhöhenden Effekt. Bei normaler Herzfunktion (herzgesunder Patient) kommt diesem Effekt jedoch nur eine untergeordnete Rolle zu. Klinisch relevant wird er erst, wenn über eine Erhöhung der intrathorakalen Drücke eine Verminderung der Vorlast erreicht wird, welche die Ventrikel diastolisch verkleinert.
In der Regel führt eine Erhöhung des intrathorakalen Druckes zu einer Abnahme des Koronarflusses. Durch Minderung des HZV wird ein Abfall des Aortendruckes bewirkt, woraus ein Rückgang des koronaren Perfusionsdruckes resultiert.

Eine Zunahme des Lungenvolumens weit über die normale funktionelle Residualkapazität hinaus erhöht den pulmonal-vaskulären Widerstand.

Bei Extubation ist durch Umstellung der intrathorakalen Drücke auf folgendes zu achten:

  1. Zunahme der cardialen Vor- und Nachlast
  2. Umstellung des Koronar- und Systemkreislaufes im Sinne einer Leistungsanpassung bei erhöhter mechanischer Beanspruchung der Atempumpe
  3. Erhöhung der Atemarbeit

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