Befeuchtung und Erwärmung von Atemgas

Bei Zimmertemperatur und mittlerer Lufdfeuchtigkeit kommt die eingeatmete Luft nach Passage der Nase mit etwa 34 ºC und 80 % relativer Feuchtigkeit in der Trachea an. Physiologischerweise erfolgt hier die restliche Erwärmung auf etwa 36 bis 37 ºC und Anfeuchtung auf ca. 100 % relativer Feuchtigkeit.

Endotracheale Intubation oder Tracheotomie schalten die oberen Luftwege für Erwärmung und Anfeuchtung aus, woraus eine Temperatur zwischen 30 bis 34 ºC resultiert.
Ziel der Anfeuchtung muß es also sein, die Funktion des ausgeschalteten Nasen-Rachen-Raumes weitestgehend zu ersetzen. Die Anfeuchtung muß eine suffiziente Wirkungsweise des Ziliarepithels gewährleisten können. Dazu ist es notwendig, mindestens 30 mg H2O je Liter Inspirationsgas (Iso-Empfehlungen) zuzufügen. Am Wirkungsvollsten geschieht dies durch Dampf. Wasserdampf kann hier nur durch gleichzeitige Erwärmung des Atemgases erfolgen.

Wasserdampfgehalt gesättigter Luft:
Temperatur [ºC] Wasserdampfgehalt [mg/l] rel. Feuchte [% ], bez. auf 37 ºC
32 33 75
33 35 80
34 37 85
35 40 90
36 42 95
37 44 100
Aus obiger Tabelle kann entnommen werden, das das Atemgas auf 33 bis 34 ºC erwärmt werden muß, um den natürlichen Zustand der durch den Mund-Nase-Rachen-Raum vorbehandelten Atemluft möglichst nahe zu kommen.

Je nach Art der Aufbereitung des Atemgases ergeben sich durch die Erwärmung und Anfeuchtung aber auch Gefahren für den Patienten:
  1. Keimverschleppung durch die Wasserverdampfung
  2. Überwässerung der Lunge
  3. Überhitzung
Die Inspiration kalter Atemluft kann zudem bei Asthmatikern Veränderungen der Spontanatmung verursachen: oder aber auch:

Die Inhalation mit kalter, isotonischer (0,9%iger) NaCl-Lösung kann zudem Asthma-Anfälle provozieren.

Was kann noch geschehen, wenn die Luft nicht aufbereitet wird?

Austrocknung der oberen und unteren Luftwege mit gesteigertem Wärmeverlust

Verringerung oder Aufhebung der Zilienbeweglichkeit;
evtl. Zerstörung v.
Zilien u. Drüsen
 
   
gesteigerter Luftwiderstand   Verlangsamung und Verminderung der Schleimproduktion  
   
  Erhöhte Viskosität des Bronchialsekrets  
     
  Retention des Schleims   lokale Austrocknung mit Krustenbildung
   
  Obstruktion im Tracheobronchialbaum   Entzündungen, Ulcera, Bakter. Infektionen
   
reduziertes exsp. Reservevolumen  
Atelektasenbildung    
  erniedrigte pulm. Compliance  

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