Definition

Die akute Pankreatitis ist klinisch charakterisiert durch schlagartig einsetzende Abdominalschmerzen, die von einer Erhöhung der Pankreasenzyme im Blut und/oder Urin begleitet sind.
Die Klassifikation der Pankreatitis nach dem revidierten Modell Marseille (nach Singer, 1991) lautet:

Form

Klinische Charakteristika

Morphologische Charakteristika

Verlauf

Akute Pankreatitis

akut einsetzende Abdominalschmerzen

Milde Form: peripankreatische Fettgewebsnekrosen,
interstitielles Ödem

in der Regel gutartiger Verlauf; schwere Fälle können tödlich enden. Einmaliges Ereignis oder

Erhöhung der Pankreasenzyme im Blut und/oder Urin

Schwere Form:
ausgedehnte peri- und intrapan-kreatische Fettgewebsnekrosen, Parenchymnekrosen und Hämorrhagien,
lokalisierte oder diffuse Läsionen

rezidivierend. exokrine und endo-krine Pankreasfunktionsstörung unterschiedlichen Ausmaßes und variabler Dauer.
In der Regel klinische, funktionelle und morphologische Ausheilung bei Beseitigung der Ursache. Morphologische Veränderungen können als Defektheilung persistieren

chronische Pankreatitis

rezidivierende oder persistierende abdominelle Schmerzen;
selten schmerzlos

unregelmäßige Sklerosierung mit fokaler, segmentaler oder diffuser Zerstörung und permanentem Verlust des exokrinen Drüsengewebes;
Unterschiedlich ausgeprägte Dilatation der verschiedenen Segmente des Gangsystems; Proteinniederschläge, intraduktale Steine; Ödeme; fokale Nekrosen; Entzündungszellen sowie Zysten und Pseudozysten in unterschied-lichem Ausmaß;
späte Veränderung der Langerhans’schen Inseln;
Begriffe:
a) chron. Pankreatitis mit fokaler Nekrose
b) chron. Pankreatitis mit diffuser oder segmentaler Fibrose
c) chron. Pankreatitis mit und ohne Kalzifikationen (Steine)

Die irreversiblen morphologischen Veränderungen führen zu einem progressiven und endgültigen Verlust der exokrinen und endokrinen Pankreasfunktion

obstruktive chronische Pankreatitis

 

Dilatation des Gangsystem proximal eines Verschlusses (z.B. Tumor, Narbe) eines Hauptgan-ges; diffuse Parenchymatrophie sowie regelmäßige diffuse Fibrose;
Steine treten praktisch nie auf

Die morphologischen und funktio-nellen Veränderungen bilden sich nach der Beseitigung des Verschlus-ses in der Regel wieder zurück

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