Parenterale Ernährung und kontinuierliche Hämofiltration

Bei den Kohlehydraten geht Glukose durch die extrarenalen Eliminationsverfahren verloren.
Bei der CVVH/ CAVH entspricht die Glucosekonzentration des Filtrats der des Plasmas - die verlorene Glukosemenge ist damit von der Filtratmenge abhängig: Filtratmenge [in dl] multipliziert mit dem Blutzuckerspiegel [in mg/dl, bzw. mg/%] ergibt die verlorene Glukosemenge [in mg].
Fructose und Xylit werden in der Leber insulinunabhängig verstoffwechselt, so daß durch deren Einsatz in der parenteralen Ernährung ein übermäßiger Anstieg des Blutzuckerspiegels vermieden werden kann. Gleichzeitig werden durch deren Einsatz weniger Nährstoffe durch die kontinuierliche Hämofiltration verloren gehen.

Der durch die Aminosäuren-Zufuhr bedingte Harnstoff-Stickstoff-Anstieg kann bei entsprechendem Umsatz durch den Einsatz einer CVVH/CAVH gut beherrscht werden. Proteine und Aminosäure sind entsprechend ihrer Molekülgröße (< 5000 Dalton) allerdings auch filtergängig, so daß beim Einsatz der CVVH/CAVH an einen entsprechenden Ersatz für die Filtratverluste der Aminosäuren gedacht werden muß. Aminosäuren werden entsprechend ihrer Plasmakonzentration ausgeschieden; zur parenteralen Ernährung gehört also gerade beim Einsatz der CVVH/CAVH ein genaues Monitorring (Stickstoff-Bilanz, Katabolie-Index etc.).

Fettlösungen werden durch den Einsatz der CVVH/CAVH nicht eliminiert; sie müssen lediglich entsprechend dem normalen Ernährungsregime eingesetzt werden.

Vitamine, Spurenelemente und Elektrolyte sind entsprechend ihrer Molekülgröße (z.B. Vitamin B12 = 1355 Dalton) gut filtergängig. An ihre tägliche Substitution entsprechend den Bedürfnissen des Patienten muß immer gedacht werden.

Auch einzelne Hormone sind filtergängig, so daß bei der CVVH/CAVH-Langzeittherapie ihre regelmäßige Kontrolle je nach Grunderkrankung notwendig erscheint.

Nährstoffbedarf eines Patienten und Nährstoffverluste unter kontinuierlicher Hämofiltration:

 

tägliche Zufuhr Verluste überCAVH/CVVH

 

g/kg kcal/g g/Liter Filtrat kcal/Liter Filtrat %

Aminosäuren

(0,8) - 1- 2

(3,44) - 4,30 - 8,60

0,1 - 0,3

0,43 - 1,29

2 - 5 - (15)

Kohlehydrate

4 - 7

 

 

 

 

Glukose

maximal 6

maximal 22,50

1,5 - 3,0

5,63 - 11,25

5 - 10 - (30)

Fructose

maximal 3

maximal 11,25

minimal

 

1 - 2

Xylit

maximal 3

maximal 12,15

minimal

 

1 - 2

Fettemulsion

1 - 2

9,50 - 19,00

0

0

0

Energie

 

30 - 40 kcal/kg

 

(2,5) - 6,1 - 12,6

10 - 15 - (25)

PO4--

 

 

2 mmol/Liter Filtrat

 

2 - 8 - (20) mmol/die

Zugrundeliegend für die obigen Energiewerte liegen folgende Zahlen:
Substrat Energiegehalt im Organismus [kcal/g] Respiratorischer Quotient

Kohlenhydrate

4,20 1,000

Glukose

3,75

 

Fructose

3,75

 

Xylit

4,05

 

Saccharose

3,95

 

Glykogen

4,19

 

Protein

4,30 0,801

Fett

9,50 0,707

Äthylalkohol

7,10 0,670


Auch muß während der Hämofiltration (und auch während einer Dialyse) für eine ausreichende Zufuhr Spurenelement- und Vitaminsubstitution geachtet werden:
Spurenelement Zufuhr

 

Vitamine Zufuhr

Kupfer

5 - 70 μmol/die

 

B1 (Thiamin)

2 - 5 mg/die

Mangan

7 - 35 mmol/die

 

B12 (Cobalamin)

3μg/die

Selen

0,4 μmol/die

 

C (Ascorbinsäure)

50 - 100 mg/die

Zink

50 - 200 μmol/die

 

Folsäure

0,4 - 1 mg/die

 

 

 

Nicotinamid (Vit. PP)

10 - 40 mg/die

 

 

 

Pantothensäure

2,5 - 10 mg/die

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