Die Leber synthetisiert Aminosäuren, entfernt jedoch auch überschüssige Aminosäuren durch Umwandlung oder Abbau.
Beim akuten Leberversagen kommt es schnell zu Situationen, wo das Aminosäurenangebot der parenteralen Ernährung die Abbaurate der Leber überschreitet, d.h. zu einem Anstieg der freien Plasmaaminosäuren und damit auch zu einem Anstieg der Serumosmolalität.
Einige Aminosäuren werden extrahepatisch abgebaut, so daß sich beim akuten Leberversagen ein typisches Plasmaaminogramm entwickelt, dessen individuelle Variationen im Verlauf der Erkrankung über die Restfunktion der Leber Aufschluß geben kann.
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In der Abnahme der Serum-Proteinkonzentration zeigt sich schon frühzeitig die Einschränkung der Proteinsynthese durch die Leber.
Für die Beurteilung der Leberfunktionen sind die Gerinnungsfaktoren besonders geeignet, da die Gerinnungsfaktoren bzw. deren Inhibitoren nahezu vollständig in der Leber synthetisiert werden. Die Vitamin-K abhängigen Gerinnungsfaktoren, das sind im Besonderen Faktor II, Faktor VII, Faktor IX und Faktor X, haben im Vergleich zum Albumin eine kurze biologische Halbwertszeit.
Faktor VII z.B. hat eine biologische Halbwertszeit von vier bis sechs Stunden, wodurch Gerinnungstests mit hoher Faktor VII Empfindlichkeit - d. i. z. B. der Normotest - die Syntheseleistung der Leber sehr gut charakterisieren, sofern kein Vitamin-K Mangel vorliegt. Auch eine Aktivierung der intravasalen Gerinnung kann diese Werte natürlich verfälschen.
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