APRV

Airway Pressure Release Ventilation

APRV wurde 1986 von Stock et al. zum Weaning von COPD-Patienten entwickelt. Im Prinzip ist APRV ein CPAP, bei welchem für kurze Zeit (< 1 [sec]) der end-exspiratorische Druck abgesenkt wird. Durch dieses kurzfristige Absenken erhält man zunächst ein größeres Ausatemvolumen; der PaCO2 fällt. Auf Grund der kurzen Zeitspanne der Absenkung können sich nur ‘gesunde’, d.h. Surfactant-reiche Alveolen entleeren. Alveolen mit Surfactant-Mangel haben durch ihre geringe Oberflächenelastizität und durch die kurze Zeitspanne der Senkung des PEEP-Niveaus nicht die Möglichkeit erneut zu kollabieren.

Dadurch besteht die Möglichkeit, bei wachen, hyperkapnischen Patienten eine schonende Senkung des PaCO2 ohne BGA-Entgleisungen durchzuführen, wodurch vielleicht eine kürzere Respiratorzeit möglich wird.
Aber auch die Möglichkeit einer druckkontrollierten Beatmung mit extremen Atemzeit-Verhältnissen ist durch den Einsatz von APRV möglich (z.B. im Respirator EVITA II).
Es erfordert jedoch eine sorgfältige Einstellung von Inspirations- bzw. Exspirationszeit, damit diese extremen I:E-Einstellungen nicht Lungenschäden verursachen. Minimale Anforderungen hierbei sind:

Räsänen et al. zeigten die Überlegenheit von APRV gegenüber konventioneller volumenkontrollierter Beatmung:

Beatmungsmodus →
Variable ↓

volumenkontrollierte Beatmung, bzw. CPAP

APRV p

PaO2 [mm Hg]

92 ± 23 111 ± 39 0,115

PaCO2 [ mm Hg]

50 ± 6 42 ± 6 < 0,001

pHarteriell

7,32 ± 0,02 7,39 ± 0,04 < 0,001

mittlerer Paw [cm H2O]

16 ± 3 20 ± 9 0,087

Peak Paw [cm H2O]

51 ± 15 24 ± 12 < 0,001

spontane Atemfrequenz

26 ± 14 21 ± 11 < 0,001

mittlerer arterieller Blutdruck [mm Hg]

90 ± 8 89 ± 10 0,752

Herzfrequenz [1/min]

114 ± 14 109 ± 13 0,016

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