Extrakorporale CO2-Elimination (ECCO2-R)

Bei einem fortgeschrittenen ARDS kann die konventionelle Überdruckbeatmung auf Grund immer höher steigen-der Beatmungsdrücke und inspiratorischer Sauerstoffkonzentrationen - welche benötigt werden um die Sauer-stoffaufnahme und die CO2-Abgabe aufrechtzuerhalten - selbst zu Lungenschäden führen.
Um die Lunge zu entlasten, wurde das Konzept der ECCO2-R entwickelt, welches über externe Membranen CO2 entfernt.
Hierzu wird das Blut über einen großlumigen venösen Zugang in ein Reservoir geleitet und mit einer Roller-pumpe (ähnlich der CVVH) durch zwei Membranlungen transportiert. Hier wird auf der Luftseite der gasdurch-lässigen Membranen ein O2-Luft-Gemisch zugeführt, wodurch durch ein CO2-Konzentrationsgefälle das CO2 eliminiert wird.
Im Wasserkreislauf regelt eine thermostatgesteuerte Wasserpumpe über einen Wärmeaustauscher die Bluttempe-ratur, wodurch die Beeinträchtigung der Körperkerntemperatur weitestgehend verhindert wird.

Gleichzeitig erfolgt eine Oxygenierung des Patienten durch Apnoische Ventilation, d.h. über ein CPAP-System bleibt die Lunge des Patienten konstant gebläht auf einem Niveau von etwa 20 bis 30 cm H2O, welches zur Oxygenierung erforderlich ist. Auf Carinaniveau befindet sich ein dünnlumiger Katheter, durch welchen ein steter O2-Strom von 1 Liter pro Minute dem Patienten zugeführt wird. Eine Durchmischung der Atemgase in der Patientenlunge erfolgt durch etwa drei bis fünf druckbegrenzten Atemhüben mit einem endexspiratorischen Druckniveau von ca. 5 cm H2O über CPAP-Niveau.
Da dieses extrem hohe PEEP-Niveau häufig zu Pneumothoraces und Pneumatocelen bei dem nahezu immer vorbestehenden interstitiellen Lungenemphysem führt, wird heute nahezu immer diese niederfrequente Beatmung mit apnoeischer Ventilation durch eine stärkere präpulmonale Oxygenierung (Bypassfluß von 3 bis 5 Liter O2) und eine normofrequente druckbegrenzte Beatmung mit Atemwegsdrücken von 20 bis 30 cm H2O bei deutlich niedrigeren PEEP-Niveau.
Die Ventilation erfolgt bei der ECCO2-R also über die Membranlungen, die Oxygenierung jedoch über die Patientenlungen.
Dieses Management führt nicht nur zu einer Ausheilung des ARDS - vorausgesetzt die zugrundeliegende Krankheit wird überwunden -, sondern verhindert auch Folgeschäden durch die Beatmungstherapie.
Zum Monitorring gehören hier Kontrolle der Hämodynamik (Pulmonaliskatheter), Lungenfunktionsparameter (AaDO2, AaDO2-Quotient, inta-pulmonale Rechts-Links-Shunt, O2-Verbrauch, AP-Thoraxbild in tiefer inspiratorischer Atempause) sowie eine gezielte Kontrolle der plasmatischen Gerinnung (Thromozytenanzahl und -funktion, Quick, PTT, PTZ, Fibrinogen, AT III Faktorenkontrolle).

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