Seitengetrennte Beatmung

Unter konventioneller Beatmung werden beide Lungenflügel über einen Endotrachealtubus zugleich ventiliert. Bei der seitengetrennten Beatmung (= Independent Lung Ventilation, ILV) können die einzelnen Beatmungspara-meter für jeden Lungenflügel unabhängig voneinander eingestellt werden.
Mit dieser Methode können also seitengetrennt verschiedene Niveaus von PEEP angewendet werden; die Bedeutung dieser Option ist so groß, daß der Ausdruck "selektiver PEEP" (SPEEP) oft als Synonym für diese Beatmungsform verwendet wird. SPEEP-Anwendung ist nur mit dem Carlens-Tubus (Ch. 39 und 41) möglich; der White-Tubus erwies sich hierfür als unbrauchbar.
In Seitenlage werden durch SPEEP der unteren Lunge ihre lagebedingten mechanischen Beeinträchtigungen (verminderte Compliance und erhöhte Resistance, West-Modell) ausgeglichen. Der Atelektasenbildung und Shunterhöhung wird so effektiver entgegengewirkt als durch PEEP über die gesamte Lunge.
Der Abfall des Herzminutenvolumens durch SPEEP ist weniger ausgeprägt als der Abfall des Herzminuten-volumens bei Applikation von PEEP über die gesamte Lunge; unter SPEEP steigen die Pleuradrücke beider Lungenseiten sowie der Perikarddruck weniger an als unter generalisiertem PEEP.
Voraussetzung für diese Beatmungsform ist natürlich die vollständige Trennung der Luftwege beider Seiten durch einen entsprechenden Doppellumentubus (z.B. Carlens-Tubus, White-Tubus, Robertshaw-Tubus).

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Synchrone Ventilation:

Hier werden zwei Ventilatoren nach dem sogenannten ‘Master and Slave’ Prinzip elektronisch synchronisiert. Zwei typengleiche Respiratoren vorausgesetzt steuert hier der Inspirationsimpuls des einen Respirators den ande-ren. Bei der Synchronisation wird die Atemfrequenz der maschinellen Beatmungshübe von beiden Respiratoren nur von der Einstellung des ‘Master’ Respirators bestimmt, d.h. bei dieser Einstellung kann der ‘Slave’ Respirator keine Plateauphase erzeugen. Die Inspirationszeit des ‘Slave’ Respirators wird von dem voreingestellten Atem-zugvolumen und der voreingestellten Flowgeschwindigkeit bestimmt; die I:E-Einstellung ist hierbei völlig bedeutungslos.

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Asynchrone Ventilation:

Bei der asynchronen Beatmungsform können zusätzlich noch die Atemfrequenzen und I:E-Verhältnisse separat eingestellt werden.

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Alternierende Ventilation:

Unter ‘alternierende Ventilation’ versteht man eine fixierte asynchrone Ventilation, bei der beide Respiratoren ge-nau zeitlich abwechselnd arbeiten. Hierdurch verringert sich der intrathorakale Druck und die Compliance wird verbessert. Meistens resultiert hieraus eine Verbesserung des Gasaustausches, da bei dieser Beatmungsform eine geringere Beeinträchtigung der Hämodynamik bei erhöhten Beatmungsdrücken beobachtet wurde.
Wenn die Unterschiede von C, V/Q, QS/QT und PEEP-Niveau weniger als 20 % (kranke vs. gesunde Lunge) betragen, kann der Doppellumenkatheter gegen einen konventionellen Endotrachealtubus ausgetauscht werden.

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