In der operativen Intensivmedizin gibt es zwei Patientenkollektive, welche beatmet werden müssen:
- Patienten, die aufgrund perioperativer Besonderheiten (Hypothermie, Anästhetikaüberhang etc.) kurzfristig, d.h. ≤
24 Stunden, nachbeatmet werden müssen,
- langzeitbeatmete Patienten.
Während die erste Gruppe praktisch immer problemlos vom Respirator zu entwöhnen ist, treten in der zweiten Gruppe häufiger "Probleme" bei der Entwöhnung vom Respirator auf.
Um diesem Problemen entgegenzuarbeiten, sind einige Besonderheiten zu beachten:
- möglichst großer Kontakt zwischen Arzt/Pflegekraft und Patient, um eine seelische Ausgeglichenheit des Patienten zu erzielen
- möglichst frühzeitige Unterstützung der Spontanatmung
- dünnlumige Trachealkanülen sind durch großlumige Kanulen zu ersetzen, eventuell Tracheotomie zur Erniedrigung der inspiratorischen Atemarbeit überdenken
- eine konsequente Negativbilanzierung (Cave: Immer die Nierenfunktion beachten)
- parenterale Reduktion der Glukosezufuhr zugunsten fettreicher Ernährung
- Theophyllin-Gabe (Spiegel im unteren Normbereich halten)
- Hypophosphatämie ausgleichen
- häufige, aber nicht exzessive Spontanatemphasen des Patienten mit PS im Verlaufe des Tages, zur Nacht hingegen eine Ruhephase, zur Not auch mit Sedativa, mit einer Beatmung des Patienten, wobei die Atemfrequenz während der Nacht minimal höher sein soll als die Spontanatemfrequenz, welche im Verlauf des Tages beobachtet wurde (Cave: es soll nicht zur Erschöpfung des Patienten kommen, Gefahr der Erhöhung des pulmonalkapillären Druckes mit Verschlechterung der Lungenfunktion; auch kein Training der Atemmuskulatur bei COPD-Patienten versuchen, da die chronisch belastete Atempumpe dieser Patienten hiervon nicht profitieren kann und eher das Gegenteil erreicht wird).
Neuere Beatmungsgeräte erlauben den Atemwegswiderstand des Endotrachealtubus zu kompensieren. Diese Methode wird "Automatic Tube Compensation" genannt und soll den Tubuswiderstand sowohl in der Inspirations- wie auch in der Exspirationsphase vollständig neutralisieren.
Ein großer Vorteil dieser Methode ist die recht genaue Einschätzung des Patienten über sein Atemverhalten nach Extubation.
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