Die objektive Beurteilbarkeit des ARDS ist schwer. Das klinische Erscheinungsbild des ARDS bietet schon eine schwere Form einen Lungenparenchymerkrankung.
Um diese Schwere zu qualifizieren, hat sich der ARDS-Score nach Murray et al. bewährt:
|
Komponenten -> Punkte |
Thorax-Röntgenbild | PaO2 / FIO2 |
PEEP mm Hg |
Lungen-Compliance ml / cm H2O |
| 0 |
keine alveolären Infiltrate |
>= 300 | <= 5 | >= 80 |
| 1 |
alveoläre Infiltrate in einem Quadranten |
225 - 299 | 6 - 8 | 60 - 79 |
| 2 |
alveoläre Infiltrate in zwei Quadranten |
175 - 224 | 9 - 11 | 40 - 59 |
| 3 |
alveoläre Infiltrate in drei Quadranten |
100 - 174 | 12 - 14 | 20 - 39 |
| 4 |
alveoläre Infiltrate in vier Quadranten |
< 100 | >= 15 | <= 19 |
Der Score errechnet sich durch Addition der einzelnen Komponenten mit anschließender Division durch die Anzahl der benutzten Komponenten. Die Interpretation ist wie folgt:
| Punkte | Interpretation |
| 0 |
kein Lungenparenchymschaden |
| 0,1 - 2,5 |
milder bis moderater Parenchymschaden |
| > 2,5 |
schwerer Lungenparenchymschaden (ARDS) |
Die PMN-Elastase hat sich als guter biochemischer Laborparameter erwiesen, mit welchem sich mit hoher Wahrscheinlichkeit die Voraussage des Entstehens lebensbedrohlicher Komplikationen ermöglichen läßt. Die PMN-Elastase erlaubt die Einteilung in zwei Gruppen:
Da die Ausschüttung von Granulozyten aus dem Knochenmark und die Stimulation durch Mediatoren nicht kontinuierlich sondern eher in Intervallen erfolgt, ist die einmalige Bestimmung der Elastase im Plasma nicht aussagekräftig: für eine exakte Beurteilung der klinischen Situation sollte eine zweimalige Bestimmung (z.B. morgens und früh nachmittags) pro Tag erfolgen.
Auch der Laktat-Spiegel im Serum kann zur Verlaufsbeurteilung schwerkranker Patienten beitragen. Ein Lactat-Spiegel > 2,4 mmol/l bei einem Patienten mit Maximaltherapie über einen längeren Behandlungsintervall ist fast immer gleichbedeutend mit einer Lactat-Azidose, einer erhöhten alveolären-arteriellen Sauerstoffdifferenz (AaDO2), einem erniedrigten Oxygenierungsindex nach Horowitz (PaO2/FIO2) und einer erhöhten Mortalität.
Das Genfer Schema nach Suter bietet eine gute und weitverbreitete Möglichkeit der Schweregradeinteilung des ARDS:
| Schweregrad | Röntgenthorax |
AaDO2/FIO21) [mm Hg] |
Compliance2) [ml/cm H2O] |
PAP [mm Hg] |
| 0 |
normal |
<= 300 | >= 80 | <= 20 |
| 1 |
leicht verstärkte interstitielle Zeichnung |
<= 375 | >= 70 | <= 25 |
| 2 |
ausgeprägte interstitielle Zeichnung |
<= 450 | >= 50 | <= 30 |
| 33) |
fleckige Lungenverschattung |
<= 525 | >= 30 | <= 35 |
| 4 |
ausgedehnte Lungenverschattung |
> 525 | < 30 | > 35 |
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